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                                    SchwerpunktThemaWas geh%u00f6rt zu einer modernen wissenschaftlichen Beschreibung?Neben der klassischen Morphologie und gezeichneten Illustrationen sind mittlerweile Fotos und nat%u00fcrlich die Genetik wichtig. Zuerst muss aber immer noch jemand in die Habitate gehen, Tiere sammeln, die Wasserwerte checken, im Idealfall Habitatfotos aufnehmen. Phing muss seine einheimischen F%u00e4nger regelm%u00e4%u00dfig aktiv erinnern, auch wirklich Bilder zu machen, ein Handy hat dort mittlerweile jeder. 2006 besuchte ich Lipke Holthuis in Leiden %u2013 eine gro%u00dfe Pers%u00f6nlichkeit in der Erforschung der papuanischen Krebse. Damals war er schon 88 und immer noch im Museum t%u00e4tig, das sein zweites Zuhause war. F%u00fcr meine erste Artbeschreibung gab er mir Bleistift und Papier und warf mich sozusagen ins kalte Wasser: %u201eMach%u2019s genauso, wie ich das gemacht habe!%u201c Das w%u00e4re heute so nicht mehr m%u00f6glich.Beim modernen Paper wird auf %u00dcbersichtlichkeit sehr viel Wert gelegt. Formalit%u00e4ten wie Punkte, Kommas, die alphabetische Abfolge, gleich gro%u00dfe Bilder %u2026 alles muss stimmen. Im Vergleich zu fr%u00fcher ist die Artbeschreibung richtig komplex geworden. Die Digitalisierung macht manches aufw%u00e4ndiger, aber hilft uns nat%u00fcrlich auch enorm.Was sind Deine Kriterien f%u00fcr die Auswahl der Artnamen?Cherax assange hatte ich als politisches Statement ausgew%u00e4hlt, die Art wurde jedoch im Revisionsprozess in Cherax veritasbenannt, weil man die Politik aus der Wissenschaft heraushalten m%u00f6chte. Die Wahrheit ist mir sehr wichtig, der %u201eneue%u201c Name passt also ebenfalls f%u00fcr mich. Andere Arten habe ich Freunden gewidmet: Herbert Nigl, Farschad Farhadi; weitere sind nach ihren Fundorten auf Papua benannt. Die Indonesier sehen es gerne, wenn neue Arten nach lokalen %u00d6rtlichkeiten hei%u00dfen.Hattet Ihr %u201eKonkurrenz%u201c?Oh ja, die Beschreibung neuer Arten ist ein Wettrennen! Andere Wissenschaftler verwendeten sogar schon Tiere f%u00fcr eine Erstbeschreibung, die aus dem Zoohandel kamen. Mir ist aber die direkte Kenntnis der Biotope und der L%u00e4nder sowie die Authentizit%u00e4t wichtig. Ich plane weitere Expeditionen nach Papua, in Abh%u00e4ngigkeit von der leider nicht immer stabilen politischen Lage.Wie suchst Du die Publikation aus, in der die Arbeit erscheint? Bekommt Ihr ein Honorar daf%u00fcr?Ein guter Bekannter von mir, Sammy de Grave, ist von Zookeys zur Arthropoda gewechselt, und ich bin ihm gefolgt. Sammy arbeitet mit S%u00fc%u00dfwassergarnelen und unterst%u00fctzt mich schon seit vielen Jahren. Ein Honorar w%u00e4re sch%u00f6n! Im Gegenteil: Eine Publikation kostet Geld. Gratispublikationen gibt es zwar, aber sie dauern bis zu zwei Jahre. Wer schneller publizieren will, zahlt. Bei der Arthropoda, in der unser Paper erschienen ist, kostet eine Ver%u00f6ffentlichung mindestens 1.000%u202fEuro. Sieben Arten kosten dabei dasselbe wie eine, deshalb haben wir ein bisschen %u201egesammelt%u201c.Was ist Dein Schlusswort?Auf Papua schlummern noch viele neue Arten, die entdeckt werden m%u00f6chten, und ich m%u00f6chte derjenige sein, der sie aus der Stille ins Rampenlicht bringt. Diese Forschung ist wichtig %u2013 man sch%u00fctzt, was man kennt.Fotos: Chris Lukhaup24 3/2025
                                
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